Once in a lifetime 5

mein Weg zu einem Promille

Am 6. Juli nehme ich an der Zoom-Session mit dem Chef der Organisation teil. Er erklärt vieles, beantwortet alle Fragen, die im Chat gestellt werden, auch meine nach der Deadline und nach der Sache mit der Steuernummer für Italien, von der in den Infos geschrieben steht. Auf diese Frage meldet sich dann zwei Stunden später ein Germane, der schon fix dabei ist, über den FB-Messenger, ich solle mich bei ihm melden. Mache ich und er erklärt mir, dass ich mir jede Mühe sparen könne, da er nämlich eine aus der Organisation kenne, die mir gar keine Chance gibt, da ich bis jetzt noch keine Steuernummer habe. Dauert sicher 4 bis 6 Wochen. Außerdem gebe es zur Warteliste noch ein Hindernis, es dürfen nur 20% Ausländer teilnehmen. Er weiß das. Ich bedanke mich, gebe jedoch nicht auf.

Gleich am Morgen des 7. Juli versuche ich die italienische Botschaft in Innsbruck zu erreichen, bin da zu optimistisch, denn die arbeiten da nicht mehr. Daher zum Schmied (statt Schmiedl) nach Wien, laut Homepage gleiche Auskunft. Nicht so beim Google, der verrät mir die Telefonnummer und dass geöffnet ist. Bis 12 Uhr. Also, fragen kostet nix, ich rufe an. Ich erkläre den Sachverhalt, Steuernummer und 10. Juli deadline, worauf sie erklärt, dass das bis Montag schwierig sei, normalerweise 15 Werktage. Müsste sich ausgehen. Sie hilft mir noch mit dem Formular, das online ausfüllbar ist, und ich sende ihr dann die Unterlagen von Rockin1000. Nicht zu fragen, bedeutet immer schon ein NEIN, daher gebe ich nicht auf.

Ich radle zu einem meiner Lieblingsseen, schwimme und erfreue mich, da schnurrt mein Smartphone, e-Mail für mich. Aus Wien. Absender italienisch. Halb drei am Nachmittag. Ich öffne und sehe das komplette Formular mit der Steuernummer, Stempel, Unterschrift. in weniger als 150 Minuten. 

Zurück nach Hause geht´s trotz Gegenwind recht flott, muss wohl an meiner Freude (über diese Bürokratie) gelegen sein. Ich schreibe dem Mitarbeiter meines Vertrauens bei R1000, dass ich das Formular habe, jedoch keine Möglichkeit bestehe, es einzureichen (wie in der allg.Info steht). Er meldet sich rasch, will mir zeigen, wo das zu finden sei, sieht dann, dass ich die Nummer 1 (EINS) auf der Warteliste bin. Daher gebe es diese Zeile im Profil noch nicht. Ich solle die Datei an eine E-Mail-Adresse schicken, er kümmere sich darum. Ich müsse mich noch gedulden – auch wenn wir uns persönlich kennen, einen ähnlichen Humor haben und fanatische Musiker sind. Das finde ich total richtig, Protektionskinder sind mir immer schon ein Gräuel gewesen, hier wäre ICH das.

Zurück zum 11. Juli: Die Absage nehme ich zur Kenntnis, storniere die Wohnung nicht, ich möchte noch einmal darüber schlafen. Ich sehe plötzlich auch Vorteile, wenn ich NICHT teilnehmen kann – weniger üben, weniger Kosten und Mühen, weniger Termine und dafür MEHR Konzentration auf den Jazz-Workshop, auf dem ich ja seit Sonntag bin.

Nach tollen Songs mit dem Ensemble spaziere ich zum Badeteich, telefoniere noch mit einigen Leuten, die bisher mit mir mitgefiebert haben, lege mich kurz in die Sonne und schwimm mehrere Runden im eh zu warmen Wasser. Nach der erfrischenden Dusche sitze ich am Teich, lasse die Füße im Wasser baumeln und greife zum Handy – man hat ja sonst nicht viel zu tun. In diesem Moment – 18:14 Uhr – klopft es, eine Mail ist eingetroffen. Neugierig schau ich gleich und kann es nicht fassen: Participation confirmed! 

Teilnahme bestätigt. Steht so im grünen Balken. Jetzt gibt es auch das richtige Formular, um die Steuernummer einzutragen. Noch mit den AGB einverstanden sein, ein Klick auf “Senden” und Sekunden später bin ich 0,1%, ein Promille, EINER von 1000.